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Levada do Norte - Levada das RabaCas
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Eine Ansammlung gewaltiger Berge vulkanischen Ursprungs im kristallklaren Wasser des Atlantiks. Das von Mitteleuropa aus höchstwahrscheinlich am schnellsten erreichbare Ziel, an dem wahrlich paradiesisch anmutende natürliche Gegebenheiten zu bewundern sind: Meerwasser, so klar, als scheine es, die Sicht in diesem Medium sei nur begrenzt durch das menschliche Unvermögen, darin ohne Hilfsmittel scharf sehen zu können. Üppigste Vegetation, mehrere hundert Meter hohe Wasserfälle, überall tropft und fließt Wasser zwischen Farnen und Moosen, Cannas und wilden Orchideen… Berge, mit Hängen so steil, wie selten
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gesehen, an dessen Schluchten und Wänden die durch die nördlichen Passatwinde heran gedrückten Wolken mit atemberaubender Geschwindigkeit hinaufschießen und sich ihrer feuchten Last in Form von Niesel oder Regen entledigen. Wasser ist Leben – dies hat sich diese Insel wohl zum Gesetz gemacht und sich vorgenommen, dieses Gesetz in fantastischster Weise umzusetzen. Das ist sie – die nicht umsonst als „Blumeninsel“ bezeichnete „Insel des ewigen Frühlings“: Madeira.
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Mit diesem Erlebnisbericht möchte ich den Lesern die Schönheit und Erhabenheit unseres Planeten ein wenig näher führen. Sicherlich gibt es auf dieser Welt noch atemberaubendere, gewaltigere und schönere Orte – doch Madeira zeigt eine sagenhafte Vielfalt der Natur auf, wie man sie von Deutschland aus in diesem Reiseradius wahrscheinlich kaum zu finden vermag. Von nördlichen Gefilden wie Norwegen oder Schottland bis nach Süden wie Portugal und La Gomera, ist Madeira der Ort, der mich am meisten fasziniert hat. Die Lage, Form, Größe und Höhe der Insel lässt die Bildung ausgeprägter Klimazonen auf kleinem Raum zu – jede dieser Zonen besitzt ihren eigenen Charme, ihre eigene, ganz besondere Schönheit. Für Naturfreunde bedeutet eine Reise nach Madeira in erster Linie eines: Abenteuer. Dies ist mein erster Reisebericht von dem ich hoffe, er bietet den Lesern Unterhaltung und die Möglichkeit, zumindest gedanklich, für eine kurze Zeit in diese fantastische Welt einzutauchen und die Routine des Alltags zu vergessen.
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Ein neuer Morgen bricht an. Wie so oft steigt die Sonne fast senkrecht in den blauen Himmel. Unsere Unterkunft liegt im Süden der Insel – in der mitunter trockensten Gegend. Mit dem Aufstieg der Sonne beginnen sich die ersten Wolken über die mächtigen Berge der Insel, die die Wetterscheide darstellen, zu kämpfen. Schon bald sind die ersten Berggipfel vernebelt – doch die Wolken zerfallen schnell – den Süden erwartet ein freundlicher Tag mit einigen kleineren Wolken. Unsere Fahrt führt uns in die Berge: Der Encumeada-Pass, der die tiefe Hauptschlucht, die Madeira von Nord nach Süd teilt, kurz unterbricht, ist der Ausgangspunkt einer Wanderung, die mit zu den abenteuerlichsten und erlebnisreichsten gehören wird… Beim Öffnen der Autotür auf dem Parkplatz einer Bar auf dem Pass strömt uns auffällig kühle Luft und ein wunderbarer Waldgeruch entgegen. Hier, auf einer Höhe von etwa 1000 Metern über dem Meer, sind wir nur knapp unter den Wolken. Während man die aufgelockerte Wolkendecke und die sonnenbeschienenen Berge beim Blick nach Süden sehen kann, strömen aus dem Norden unaufhörlich leicht nieselnde Wolken heran, welche sich besonders als losgelöste Fetzen durch den schmalen Einschnitt, in dem die Passstraße verläuft, zwängen. Es ist bedeckt, grau und trist, als wir die Betonstufen zur Levada do Norte hinaufsteigen und dem Folhadal-Wegweiser folgen. Wir – das sind mein Vater und ich, die diese Wanderung – eine unserer Ersten auf Madeira – heute auf sich nehmen wollen.
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